Die Lesung kommt zu Ihnen...

Da meine für den November geplante Lesereise ausfallen musste, habe ich mir ein kleines Trostpflaster ausgedacht: Eine Online-Lesung. Nicht aus dem "König für Deutschland", allerdings – aus dem lese ich erst auf der Lesereise. Soviel Exklusivität muss sein. Ich lese bei diesem ersten Experiment eine Kurzgeschichte, die sich aus Gründen, die Sie verstehen werden, wenn Sie sie sich anhören, hierfür besonders anbot.

Wie immer, wenn etwas aus der wirklichen Welt in der Online-Welt nachgebildet wird, kommen nicht nur Vorteile hinzu (die üblichen Vorteile des Online-Verkehrs: Ortsunabhängigkeit, Zeitunabhängigkeit, und alles bequem von zu Hause aus), es fallen auch ein paar unter'n Tisch. Zum Beispiel können Sie nicht begeistert aufspringen, sofort das zugehörige Buch kaufen und gleich im Anschluss weiterlesen, wie Sie es können, wenn Sie sich für eine Lesung in Ihre Lieblingsbuchhandlung begeben. Auch die anschließenden Fragen an den Autor und dessen Antworten entfallen; es ist eben doch nicht "live". Und signieren kann ich Ihnen natürlich auch keine Bücher auf diesem Wege.

Aber ich sag mal: Besser als nichts. Und ich bin sehr gespannt, wie dieser erste Versuch ankommt. Wenn Sie also Lust haben, horchen Sie doch hier rein und schreiben Sie mir, wie es Ihnen gefällt.

Fotowettbewerb: Erste Sieger stehen fest!

Von wegen, in der Schweiz und in Österreich hätten Bücher mit dem Wort "Deutschland" im Titel keine Chance: Obwohl ich meinen kleinen Fotowettbewerb ziemlich versteckt ausgeschrieben habe, trudeln immer mehr Fotos ein, die belegen, dass der "König für Deutschland", Steinbrück hin oder her, in schweizerischen und österreichischen Buchhandlungen ausliegt, in respektablen Stapeln mitunter. Drei Preise gab es für die Schnellsten, und die stehen schon fest: Zwei Bücher gehen demnächst in die Schweiz, eines nach Österreich.

Ein Preis allerdings ist noch offen: Das Foto, das den größten Stapel zeigt. In einer Buchhandlung in der Schweiz oder Österreich, wohlgemerkt. Da ist Einsendeschluss der 30. September 2009.

Beim nächsten Roman, versprochen, denke ich mir gerechtere Kriterien aus, so dass auch Leser in alpenfernen Regionen eine Chance haben. Aber diesmal musste die Ehrenrettung der Buchhändler in der Schweiz und in Österreich Vorrang haben.

Die Fotos? Ja. Die zeig ich demnächst natürlich auch.

Die alten Fragen zum Schreiben

Nun ist es passiert: Nachdem schon vor langem der Mail-Dienst von Compuserve eingestellt worden ist, ist nun auch der Server mit den alten Homepages vom Netz genommen und vermutlich einer lukrativeren Verwendung zugeführt worden als dem, Websites von Leuten zu hosten, die nichts mehr dafür bezahlen. Da ich zu besagten Leuten gehörte, heißt das, dass die ganzen alten, aber - wie ich aus einer Flut von entsprechenden Emails entnehmen kann - nach wie vor beliebten Fragen und Antworten zum Schreiben nun auch verschwunden sind.

Nun, nicht wirklich, natürlich habe ich sie alle noch. Ich will sie aber nun nicht einfach eins zu eins hier reinkopieren, sondern die Gelegenheit nutzen, sie durchzusehen und hier und da behutsam zu aktualisieren. Sie vielleicht neu und übersichtlicher zu ordnen. Und das eine oder andere auch einfach rauszulöschen.

Das wird allerdings noch ein wenig dauern. Ich bitte um Geduld.

Neues Foto

Das neue Foto auf meiner Startseite stammt von dem Fotografen Jo Magrean, der letzten November nach Brest kam, um mich im Auftrag des Magazins VANITY FAIR zu portraitieren. Er überredete mich, sehr früh aufzustehen, denn er hatte die Idee, mich im Zwielicht des Tagesanbruchs am Ölhafen zu fotografieren. Das Aufstehen war hart, aber alles Weitere höchst faszinierend. Ich stand zwischen rangierenden Tanklastzügen; es nieselte; es galt, in die Kamera zu blicken und trotzdem nicht überfahren zu werden. Ich erkletterte eine Befüllstation für eben diese Tanklastzüge, über eine rutschige Leiter, deren Handlauf sich ölig und schmutzig anfühlte; dann stand ich da und musste in die Ferne blicken, während unten die Kamera klickte. Ich sah, dass rings um das Gelände Palmgras wild wuchs; in einem Niemandsland zwischen den Zäunen verschiedener Hafenanlagen. Irgendwann dabei entstand obiges Bild, das für meine Website zu verwenden mir Jo Magrean erlaubt hat.

Unvergessen bleibt mir der Moment, als wir zum Auto zurückgingen und plötzlich, aus irgendeinem Grund, ein ungeheurer Vogelschwarm aufstieg; Tausende, Zehntausende schwirrender Flügel. Ein paar Augenblicke lang kreiste der Schwarm über den hell werdenden, wolkenverhangenen Himmel, ein ganz und gar unwirklicher Anblick in dieser Welt, die bis zu diesem Moment nur aus Drucktanks, Silos, Rohrleitungen, Straßenlaternen und nassem Asphalt zu bestehen schien. Ich erwartete, Jo würde seine Kamera hochreissen und klick, klick, klick einfangen, was einzufangen war, doch er tat es nicht; stattdessen standen wir beide nur da und sahen den Vögeln zu, wie sie im Formationsflug kreisten und kreisten und schließlich davonzogen. Ich weiß nicht, ob der Film in dem Moment voll war. Vielleicht war der Anblick auch zu gewaltig, als dass man ihn hätte auf ein Foto bannen können.

10-Punkte-Text-ÜV für Autoren

Meine "Fragen und Antworten" habe ich noch nicht wieder aktiviert, denn um die bisherigen Bestände in eine verwertbare Form zu bringen, müsste ich mich erst mal aufraffen und meine alte Dampfmaschine von PC noch einmal zusammenschrauben, anfeuern und in Gang bringen - und das wird noch eine Weile dauern. Aber dafür habe ich was Neues und vielleicht sogar Nützlicheres: Die 10-Punkte-Text-ÜV-Methode für Autoren...

Nachtrag: Dieser Eintrag wurde aus rechtlichen Gründen am 22.10.2009 geändert.

Zehn Jahre...

...ist es schon her, dass ich zum ersten Mal meine Homepage ins Internet gestellt habe: Im Januar 1998 war das. Seither ist viel passiert, aber die optische Gestaltung meiner Website blieb nach ein paar Varianten lange Zeit dieselbe. Nicht, weil ich keine Alternativen erwogen hätte, das habe ich durchaus immer mal wieder. Es gefiel mir nur keine davon besser als das, was ich hatte.

Dann kam letztes Jahr mein Umstieg auf den Mac. Ich kündigte eine längere Pause an, was meine Website betraf, versäumte allerdings zu definieren, was ich unter "länger" verstand. Also dauerte es keine drei Wochen, bis die ersten besorgten Mails kamen: Ob ich denn womöglich nicht zurechtkäme mit dem Mac? Auf meiner Homepage hätte sich nun schon lange nichts mehr getan, so schwierig könne das doch nicht sein...?

War es auch nicht. Die Umgewöhnung ging ratz-fatz; schon eine Woche, nachdem ich den Mac auf meinem Schreibtisch aufgestellt hatte, kam mir mein alter PC vor wie eine gusseiserne Dampfmaschine. Aber es war auch mal ganz schön, sich einfach nicht um eine Homepage kümmern zu müssen. Wenn da nicht immer diese Mails gewesen wären, die nachhakten, was denn los sei, ob es mir gut ginge und so weiter! Wollte ich mich nicht ganz aus dem Internet verabschieden (was, wer weiß, eines Tages durchaus noch passieren kann), dann musste ich irgendwann weitermachen. So zum zehnjährigen Jubiläum, sagte ich mir, das war ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang.

Einen Neuanfang auch, was das Technische betraf. Bisher hatte ich alles von Hand in HTML codiert: Was nicht ganz so aufwendig und auch nicht so schwierig ist, wie es für den, der sowas noch nie gemacht hat, klingen mag. Aber es war eben doch immer ein Angang, der ein Umschalten vom Romanschreib- in den Programmiermodus erforderte. Und ich scheine der Programmierei allmählich abhanden zu kommen, jedenfalls hatte ich mich zu diesem Umschalten in den vorangegangenen Jahren, wie regelmäßige Besucher meiner Website wissen, immer seltener aufgerafft, so dass in der laufenden Chronik immer wieder große Lücken klafften.

Nach einigem Überlegen und Herumprobieren entschied ich mich schließlich, Nägel mit Köpfen zu machen und meine Homepage umfassend neu zugestalten. Ich habe mir ein hübsches kleines "Content Management System" zugelegt, um mich künftig weniger mit dem rein technischen Gefrickel und mehr mit dem Erzeugen von Content - zu deutsch: Text - zu beschäftigen, was ich sowieso lieber tue.

Was ist nun anders? Abgesehen von der Gestaltung, der durchgehend einheitlichen Menüführung und der für mich weitaus leichteren Handhabung - von der Sie nichts haben (außer vielleicht, dass ich mich künftig eventuell zu größerer Aktualität aufraffe), ist im Grunde alles noch fast so, wie es war. Oder wird demnächst wieder so sein. Bloß eben ein wenig anders anders angeordnet - logischer, hoffe ich. Es sind noch nicht alle Sachen umgezogen, aber die kommen alle früher oder später wieder.

Im Augenblick wird der eine oder andere die Fragen und Antworten zum Schreiben vermissen: Keine Sorge, die kommen auch wieder. Dafür gibt es einstweilen - neu - die Artikel über das Schreiben, die ich für die Zeitschrift "phantastisch!" geschrieben habe und die dort erstmals erschienen sind.