Stand 26. Dezember 2005
Ein Kultobjekt?
In zunehmender Zahl erreichen mich
Mails, in denen ich nach der "Ich bin ein
Nobelpreisträger"-Plastiktüte gefragt werde, die
es zum Roman gab oder vielleicht sogar noch gibt. Ob
ich noch welche hätte? Ob man mir eine solche Tüte
abschwatzen, abkaufen, abbitten könne?
Ich weiß nicht genau, was hier vor sich geht. Entsteht hier gerade ein neuer Kult? Schlagen Sammlerherzen höher? Werden solche Tüten womöglich schon zu Phantasiepreisen bei ebay gehandelt? Auf alle Fälle hier die Generalantwort: Ich besitze selber bloß 3 Exemplare dieser Tüte, und ich habe entschieden vor, alle zu behalten. Ich besitze sie auch nur, weil zwei freundliche Buchhändlerinnen in Homburg/Ohm, Frau Weitzel und Frau Bösking-Rieß, sie mir auf meine Bitte hin geschenkt haben - und ich schlage vor, daß, wer hinter einer solchen Tüte her ist, ebenfalls zu den Buchhändlern seines Vertrauens geht und diese einfach fragt, ob sie noch welche haben. Ganz einfach, oder?
Am liebsten wäre mir allerdings, man würde alle Sammelwut auf die Bücher beschränken...
UTOPIALES 2005
37.000 Besucher auf einer
Veranstaltung, in der es um Science-Fiction geht: Ist
das überhaupt vorstellbar? Ich mußte es mir nicht
vorstellen, ich war dabei. (Und ja, es gab in diesen
Tagen Randale auch in Nantes. Aber davon habe ich bis
jetzt auch nur in der Zeitung gelesen; so
flächendeckend, wie es im Fernsehen vielleicht aussah,
war das alles nicht.)
Die Menschen strömten vom 10. bis 13. November, am heftigsten am 11.11., der in Frankreich ein Feiertag ist (zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs), und natürlich war der Magnet schlechthin Jules Verne, der zwar in Amiens gelebt hat, aber in Nantes geboren ist und dessen Todestag sich zum hundertsten Mal jährte. Sein Antlitz zierte das Plakat, die Eintrittskarten, die große Leinwand über dem Podium, sein Geist schwebte über allen Diskussionen, seine Romane, Theaterstücke und sonstigen Texte wurden bei jeder passenden Gelegenheit zitiert, diskutiert oder rezensiert. Trotzdem waren die UTOPIALES alles andere als eine Jules-Verne-Gedenkveranstaltung, sondern wieder einmal der Treffpunkt der französischen, europäischen und internationalen SF-Szene. Von Finnland bis Rumänien, von den USA bis Argentinien waren Autoren anwesend, aus Griechenland, der Schweiz, Kanada und so weiter und so fort.
Mein persönliches Highlight war die Begegnung mit Neal Stephenson, dessen Roman "Cryptonomicon" zu meinen persönlichen Lesehöhepunkten der letzten Jahre gehörte. Er erwies sich als ruhiger, umgänglicher Mann, der etwas von einem Kung-Fu-Mönch an sich hat und der anfangs noch etwas befremdet schien von all dem Trubel, der herrschte. Aber natürlich war es auch schön, wieder die "üblichen Verdächtigen" zu treffen - Norman Spinrad, James und Kathy Morrow, Pierre Bordage, Jean-Marc Ligny, Christopher Priest, Wim Maryson, Jean-Claude Dunyach und so weiter.
Zur Eröffnung des Festivals hat es sich seit einigen Jahren eingebürgert, daß einer der eingeladenen Autoren ein kurzes Grußwort in möglichst vielen Sprachen spricht. Dieses Jahr war der Organisator, Patrick Gyger (im Zivilleben Kurator des Museums der Phantastik "Maison d'Ailleurs" in Yverdon), dafür ausgerechnet auf mich verfallen. Puh! In den letzten Jahren hatten das Leute wie Elia Barcelo oder Sylvie Winter gemacht, die in vier bis fünf Sprachen fließend parlieren - ich dagegen spreche eigentlich keine Sprache richtig und selbst Deutsch nur mit deutlich schwäbischem Akzent. Aber was sein muß, muß sein, also radebrach ich ein wenig auf Französisch, Englisch und schließlich auf Deutsch: Letzteres vermutlich ins Leere, denn aus Deutschland kam zu diesem Festival nur Marcus Hammerschmitt, und den hatte die Bahn auf Umwege geleitet, so daß er zur Eröffnung noch gar nicht angekommen war.
Jedes Jahr aufs Neue erstaunlich, was für interessante mehr oder weniger große Ausstellungen zu sehen sind. Bizarre, "atmende" Skulpturen beherrschten diesmal die Gänge. Vieles zu Jules Verne war zu sehen. Immer wieder faszinierend die Gemälde verschiedenster Künstler der Phantastik. Und höchst aufschlußreich: Eine Ausstellung zum Thema "Die Science Fiction und die Drogen". Da habe ich gleich das Notizbuch gezückt und meine Leseliste um ein halbes Dutzend Titel erweitert.
Und wieder mal bin ich praktisch nicht dazu gekommen, einen der zahlreichen Filme zu sehen, weil soviel anderes los war - Podiumsdiskussionen, Gespräche in der Bar, Treffen, Interviews, Signierstunden. Marcus Hammerschmitt dagegen war in der Filmpreis-Jury und mußte alle Filme sehen: Das fand er anscheinend auch nicht soo toll.
Ein Höhepunkt der besonderen Art war, daß sich der Gründer des Festivals, Bruno della Chiesa, endlich einmal wieder einigermaßen ausgiebig die Ehre gab. Er begnügte sich nicht damit, nur einige Preise zu überreichen, sondern moderierte in unverändert hochdynamischer Weise auch zwei Podiumsdiskussionen.
Alles in allem wieder einmal ein Erfolg, und das von derartigen Ausmaßen, daß der Bürgermeister von Nantes, Jean-Marc Ayrault, mit spürbarer Zuversicht die Fortsetzung des Festivals auch im nächsten Jahr verkünden konnte.
Stand 20. November 2005
Die "Haarteppichknüpfer" als Bester Fremdsprachiger Roman in Spanien ausgezeichnet
Die spanische Ausgabe der
"Haarteppichknüpfer", "Los tejedores de
cabellos", hat sich bis jetzt nicht besonders gut
verkauft, sei aber, versicherte mir mein spanischer
Verlag Bibliopolis, in der spanischen SF-Szene
auf große Resonanz gestoßen. Mit meinen drei Worten
Spanisch kann ich mir diesbezüglich kein eigenes
Urteil erlauben - aber nun kam die Nachricht, daß auf
dem HispaCon, der (was mir bis jetzt auch nicht
geläufig war) vom 28.10. bis 1.11. im galizischen Vigo
stattfand, die "Tejadores" den ersten Preis in der
Kategorie "Bester fremdsprachiger Roman"
gewonnen haben.
Und zwar - und das haut mich nun wirklich um - vor Iain M. Banks' "Excession" und Dan Simmons' "Ilium"!
Wow.
Unmittelbares Resultat: Der Verlag hat Interesse bekundet, nun auch das "Jesus Video" in Spanien herauszugeben.
Phantastik-Award für "Quantenmüll"
Kurz vor der Buchmesse erreichte mich die Nachricht, daß meine Kurzgeschichte "Quantenmüll", erschienen in der Anthologie "Der Atem Gottes - Visionen 2004", hrsg. von H. Mommers, erschienen im Shayol-Verlag, den Deutschen Phantastik Preis als beste Kurzgeschichte des Jahres 2004 gewonnen hat. Leider war es mir auch dieses Jahr nicht möglich, den Preis persönlich entgegen zu nehmen, da mich meine Lesereise kurz zuvor von Frankfurt weg führte. Immerhin - ein bißchen näher dran als letztes Mal war ich...
Stand 13. Oktober 2005
Lesereise-Termine: alles auf den letzten Drücker!
Weil ich eine Menge Mails mit entsprechenden Anfragen bekommen habe, und überhaupt, warum ich meinen "Tourkalender" nicht aktuell hielte: Würde ich gerne, aber ich hatte tatsächlich bis gestern keinerlei Informationen, wußte nicht mal, wo ich auf der Reise mein müdes Haupt betten würde. Und eben auch keine Uhrzeiten. Inzwischen weiß ich sie, allerdings nur von der ersten Lesereise. Bei der zweiten tappe ich immer noch im Dunkeln.
Den Stand dessen, was ich zur Stunde über meine Lesereisen weiß, findet man wie immer in meinem Kalender.
Stand 16. September 2005
Hintergrundinfos zum "Nobelpreis" im SPIEGEL
Die Idee, einen Roman zu schreiben, in
dem der Nobelpreis eine Rolle spielt, kam mir bei der
Zeitungslektüre. Das liegt, wie bei den meisten meiner
Romane, lange zurück. Ich habe nachgesehen: Die
Grundidee taucht erstmals am 7. Dezember 1995 in
meinem Notizbuch auf. Über die Jahre hinweg greife ich
sie immer wieder mal auf, notiere Zusatzideen,
Varianten, Gedanken zu möglichen Romanfiguren und so
weiter. Bis mir dann am 6. Oktober 2002 die
entscheidende Idee für einen (hoffentlich)
unerwarteten Schluß kommt, die mich so fasziniert hat,
daß klar war: Ich muß das Buch schreiben.
Der damalige Zeitungsbericht erzählte von einem Fall aus den Achtzigerjahren, als um die Verleihung des Medizin-Nobelpreises an eine italienische Wissenschaftlerin Gerüchte entstanden, der Pharmakonzern, für den sie tätig war, habe durch "intensive Lobbyarbeit" kräftig nachgeholfen. Diese Gerüchte sind bis heute nicht verstummt (wobei man zugeben muß, daß es auch sehr schwer ist, Gerüchte zum Verstummen zu bringen, insbesondere, wenn sie nicht stimmen).
Wer mehr darüber wissen möchte: Der SPIEGEL bringt in seiner neuen Ausgabe (Nummer 38/05 - erscheint übrigens wegen der Bundestagswahlen schon am Samstag, dem 17. September) noch einmal einen Bericht zum "Fall Montalcini" mit allem, was man bis heute darüber weiß.
Stand 29. August 2005
Nachlese zu Perry Rhodan
Schon vorbei. Längst. So schnell geht das mit diesen... ähm, Groschenromanen.
Das Echo war, vorsichtig ausgedrückt, gut. Ich hatte ja befürchtet, daß Diskussionen zum Thema "Welcher der beiden Gastromane war nun besser?" vorherrschen würden; das ist zum Glück fast ganz ausgeblieben. Wahrscheinlich liegt der erste Gastroman so lange zurück, daß man sich ohenhin nicht mehr so genau daran erinnert.
Wie auch immer. Da ich unmöglich allen, die mir oder dem Verlag ein Mail geschickt haben (ist mir alles weitergeleitet worden), einzeln antworten kann, habe ich für die eingefleischten Fans ein Making Of geschrieben, das hoffentlich alle Fragen beantwortet. Nicht-Perry-Rhodan-Leser seien gewarnt: Sie werden eine Menge nicht verstehen.
Stand 12. August 2005
Perry Rhodan 2295 "Die Rückkehr" -
JETZT an den Kiosken!
So sieht es aus, das Heft. Mein zweiter
"Gastroman" bei der Perry Rhodan-Serie. Von heute an
liegt es, nein, nicht in Buchhandlungen,
sondern an Zeitschriftenkiosken. In der Ecke, wo es
richtig kitschig aussieht und wo man sich ungern
erwischen läßt. Und da liegt es nur eine Woche
lang, ehe es vom nächsten abgelöst wird, also
seien Sie gewarnt: Sie haben Sie nicht viel Zeit, zu
zögern.
Ich will keine übertriebenen Hoffnungen wecken: Wenn Sie noch nie zuvor ein Perry Rhodan-Heft gelesen haben, werden Sie nicht alles verstehen. Es wird Ihnen dann ungefähr so gehen, als sähen Sie nur Folge 2295 der "Lindenstraße". Perry Rhodan ist eine fortlaufende Saga, und fortlaufend meint hier, daß sie seit über vierzig (ja, 40) Jahren allwöchentlich fortgeschrieben wird. Es ist ganz bestimmt nicht das beste, aber ganz bestimmt das umfangreichste Prosawerk der Literaturgeschichte, und zwar mit weitem, weitem Abstand zu allem anderen, was seit Erfindung der Schrift geschrieben wurde.
Das bedeutet, daß die Handlung dieses meines kleinen Romans eingebettet ist in eine riesige, Jahrmillionen und viele Universen umspannende Geschichte. Es ist ein kleiner Stein an einem gewaltigen Bauwerk, das andere planen und gestalten, doch es ist mein Stein, und ich habe mich bemüht, ihn so schön zu machen, wie ich konnte. Viel Spaß.
Stand 31. Juli 2005
Website zu "The Carpetmakers" und
anderes
Tor Books hat eine eigene
Website für den Roman eingerichtet.
Zu finden ist u.a. der Klappentext, eine Sammlung von
Pressezitaten, das Vorwort von
Orson Scott Card und ein Interview
mit dem Autor.
Heute erreicht mich außerdem die Nachricht, daß Tor Books eine von James Morrow zusammengestellte Anthologie europäischer Science-Fiction angekauft hat. Sie wird etwa ein Dutzend Stories enthalten und Ende 2006 oder Anfang 2007 erscheinen, ebenfalls im Hardcover. Ich werde darin mit meiner Story "Die Wunder des Universums" vertreten sein.
Russische Ausgabe von "Jesus Video"
erschienen
Das Papier ist zwar nicht das beste, aber ansonsten ist die russische Ausgabe von "Jesus Video" ein schöner Schmöker, ein Buch, das so gut in der Hand liegt, daß man es gar nicht mehr weglegen will. Soll man ja auch gar nicht. Und das Titelbild finde ich eines von den gelungensten überhaupt: Ein Blick, und jeder weiß, was Sache ist.
Jetzt würde mich bloß noch interessieren, wie die Geschichte in Russland ankommt...
Japanische Ausgabe von "Perfect Copy"
Einige Exemplare einer prächtigen
Hardcoverausgabe erreichten mich aus dem Land der
aufgehenden Sonne: Der Roman um einen jungen
Cellisten, der ein Klon sein soll, ist in Japan mit
großem Aufwand publiziert worden. Wobei man wohl davon
ausgehen muß, daß hier eher die heftige Zuneigung der
Japaner zu klassischer deutscher Musik ausschlaggebend
war.
Aber wie auch immer, ein schönes Cover - gewöhnungsbedürftig für unsereinen lediglich, es auf der "falschen" Seite des Buches vorzufinden.
"Die blauen Türme" auf Bestenliste
Der zweite Band der Marsprojekt-Reihe, "Die blauen Türme", stand im Juli auf der Liste "Die besten 7 Bücher für junge Leser" von FOCUS und Deutschlandfunk.
Auch sonst läßt sich aus den Rückmeldungen, die ich bekomme, schließen, daß der zweite Band auf reges Interesse stößt; ja, ich möchte sogar behaupten, daß das Interesse an der Reihe merklich zugenommen hat. Zu Recht, wie ich finde, denn nachdem in Band 1 die Grundlagen gelegt wurden, geht es nun richtig zur Sache, und das wird sich bis zum Finale in Band 5 nur noch steigern.
Der Vollständigkeit halber: "Krise der Sterne"
Die
Weltwoche ist eine Schweizer
Wochenzeitschrift, vergleichbar dem SPIEGEL, nur
dünner, bissiger und schweizerischer. Zum Start von
Episode III des "Kriegs der Sterne" bat
man mich um ein Essay darüber, wie sich die Welt
zwischen dem ersten und dem letzten Teil des Filmepos
gewandelt habe und wie die Science Fiction damit
eigentlich zurechtkomme. Denn: Sage und schreibe
achtundzwanzig Jahre liegen dazwischen!
Dieser Essay ist in der Ausgabe 19 erschienen, am 12. Mai 2005, um genau zu sein. Ja, hätte ich eher melden können. Stimmt. Falls es doch jemand gelingen sollte, die Ausgabe noch aufzutreiben: Der Titel, die Zwischenüberschriften und die Einleitung des Textes stammen nicht von mir. Und es ist faszinierend, wie der Gesamteindruck dadurch verändert wird.
Stand 24. April 2005
"The Carpetmakers" starten gut
TOR Books versorgt mich mit Presseausschnitten, vorzugsweise guten. Und die sind schon geeignet, sie sich zur Erbauung neben den Spiegel zu hängen.
- Booklist zum Beispiel schreibt: "Enthusiastically introduced by no less than Orson Scott Card, this far-future novel does credit to everyone concerned, starting with its German author... Eschbach is likely to become an international phenomenon."
- Kirkus Review meint: "That such a magnum opus has been allowed to languish in the shadows for ten years (it first appeared in 1995) is damning evidence of how parochial SF publishing can be. Even more astounding, it was Eschbach's debut."
- Das wohl wichtigste SF-Magazin, Locus, bescheinigt: "...a considerable achievement... a world-class SF voice that we ought to know about."
- Und ein gewisser Paul Goat Allen von Barnes & Noble Explorations erklärt gar: "[The Carpet Makers] absolutely blew me away... Easily the best novel I've read all year...."
Wow. Trotzdem, allen kann man es natürlich nie Recht machen. Publishers Weekly vom 7. März findet, "the structure lacks urgency or focus... [readers] may be disappointed by the lack of real characters or sustained plot.".
Dann bin ich von verschiedenen Seiten - vielen Dank an
alle! - auf eine
Rezension hingewiesen worden, die
von John Clute stammt: Das ist so ungefähr der
Marcel Reich-Ranicki der Science Fiction, und allein
der Erörterung für wert befunden zu werden ist so
etwas wie ein Ritterschlag, heißt es. Natürlich habe
ich sie sofort gelesen, aber offen gesagt läßt sie
mich ein bißchen ratlos zurück - gefällt ihm das Buch
eigentlich nun, oder nicht? Very European
findet er es zumindest, was immer das bedeutet.
Mehr zu meinem neuen Perry Rhodan-Roman
Erst sollte es ja geheim bleiben, aber
nachdem jemand aus dem VPM-Verlag die Einzelheiten in
einem Info-Rundmail schon ausgeplaudert hat, kann ich
es ja auch tun: Also, es wird Heft Nummer 2295,
und der offizielle Erscheinungstag ist der 12.
August 2005.
Denjenigen, die sonst mit "Heftchenromanen" nicht viel am Hut haben, sich diesen aber trotzdem zulegen möchten, sei an dieser Stelle erklärt, daß so ein Heftroman nur eine einzige Woche lang im Handel ist. Der Zeitschriftenkiosk legt die Hefte (spätestens) am offiziellen Erscheinungstag hin, und alles, was nicht verkauft ist, wenn das nächste Heft erscheint, wandert umgehend zurück an den Verlag. Es heißt also zuschlagen, denn danach kriegt man so ein Heft nur noch mit Mühe und allerhand Handständen, wenn überhaupt.
"Marsprojekt"-Fans aufgepaßt!
Da es Klagen über Fehlkäufe gab, will
ich es hier noch einmal ganz genau erklären: Was 2001
mit einem einzigen Roman mit dem Titel "Das
Marsprojekt" anfing, wird jetzt zur Reihe ausgebaut.
Nun heißt die ganze Reihe "Das Marsprojekt",
und die einzelnen Bände der Reihe tragen
Untertitel. Das heißt, der erste Band mit dem
Titel "Das Marsprojekt - Das ferne Leuchten" ist
identisch mit dem ursprünglichen, im Frühjahr
2001 erschienenen Roman "Das Marsprojekt"!
Bücherliebhaber sind ja unterschiedlich gestrickt. Es
gibt viele, die eine Serie gern in einheitlicher Gestaltung
im Regal stehen haben möchten. Für diejenigen ist der erste
Band in eben jener neuen Gestaltung (und nur in sehr
geringer Auflage, anbei bemerkt, weil das Buch ja vorher
schon in insgesamt
3 Ausgaben erschienen ist) noch
einmal aufgelegt worden.
Anderen kommt es hauptsächlich darauf an, was in einem Buch drinsteht (ich zum Beispiel bin so jemand). Die brauchen sich besagten Band "Das ferne Leuchten" natürlich nicht noch einmal zu kaufen, wenn sie das ursprüngliche "Marsprojekt" schon haben: Der Text ist nahezu unverändert, von ein paar kleinen Fehlerkorrekturen abgesehen.
Oder in einem Satz: Wer einfach nur die Fortsetzung lesen will, lege sich "Die blauen Türme" zu.
So. Nun, da das geklärt ist, kann ich weiter an Band 3 schreiben...
Stand 2. April 2005
"The Carpetmakers" erschienen
Die amerikanische Ausgabe der
"Haarteppichknüpfer" muß dieser Tage erschienen sein.
Ich habe zwar noch kein Belegexemplar erhalten, bin
aber zuversichtlich, daß das schon noch werden wird.
Es liegt eben ein Ozean dazwischen - ich kann ihn von
meinem Schreibtisch aus sehen...
Dafür erschien am 27. April in der Onlineausgabe der
Denver Post schon eine erste
Besprechung - herzlichen Dank an alle, die mich darauf
aufmerksam gemacht haben!
"Jesus Video" auf Niederländisch erfolgreich
Die holländische Ausgabe von "Das Jesus Video" ist unter dem Titel HET MESSIAS MYSTERIE im Verlag Karakter Uitgevers erschienen und offenbar ziemlich erfolgreich gestartet, was ich so höre. Auch hier harre ich noch meiner Belege, und während ich noch harre, ist das Buch schon in der 3. Auflage!
Im Herbst soll übrigens "Eine Billion Dollar" folgen, unter dem Titel DE ERFENIS VAN FONTANELLI. Hier die beiden Cover:


"Das Buch von der Zukunft" für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert
Neulich rief mein Agent an: Ob ich es
schon wisse? "Das Buch von der Zukunft" sei für den
Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. Wußte ich
natürlich nicht; der Autor erfährt solche Dinge immer
als Letzter. So war die Freude um so größer.
Beim Deutschen Jugendbuchpreis, habe ich mir erklären lassen, läuft es fast so spannend ab wie beim Oskar: Im Frühjahr, auf der Leipziger Buchmesse, werden die Nominierungen bekanntgegeben, und im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse wird schließlich der Gewinner verkündet. Wobei auch die Nominierung schon eine große Ehre darstellt angesichts der Vielzahl der jedes Jahr auf dem Jugendbuchsektor erscheinenden Titel, und verkaufsfördernd wirkt es meist auch.
Im Fall des "Buches von der Zukunft", denke ich, wird es vor allem anderen den segensreichen Effekt haben, daß manche Buchhändler, die das Buch bislang eisenhart ins Regal mit den Science-Fiction-Romanen gestellt haben, darauf aufmerksam werden, daß es da nicht hingehört.
Stand 2. Februar 2005
Ein neuer Perry Rhodan-Gastroman
Es ist abgemachte Sache: Ich werde
wieder einen Roman zur Perry Rhodan-Serie beisteuern.
Welche Nummer genau, ist noch geheim; es wird aber
voraussichtlich noch ein Roman in dem aktuell
laufenden Zyklus sein.
Eigentlich wollte ich es ja bei einem Gastspiel
belassen. Aber dann kam neulich das Belegheft der
Sonderausgabe von "meinem" Band 1935 aus der
"Gold-Edition", ich habe ihn wieder
gelesen und hatte so viel Spaß daran, daß ich mir
gesagt habe, warum eigentlich nicht? Zumal mich ja
immer noch und immer wieder Leser darauf ansprechen,
die gerne einen weiteren PR-Roman von mir lesen
würden.
Der Unterschied wird sein: Damals hatte ich einen Planeten für mich, auf dem ich praktisch machen konnte, was ich wollte - es war ja der erste Gastroman in der Serie überhaupt, und die Redaktion war lieber vorsichtig. Diesmal jedoch werde ich knallhart in die laufende Handlung eingebunden sein, muß ein detailliertes Exposé umsetzen, auf korrekte Anschlüsse und Bezüge achten usw. - das wird auch mal eine interessante Herausforderung. Ich bin gespannt!
15 Autoren + 44 Stunden Zeit = 1 Roman.
Da wir gerade von Herausforderung
reden: Bekanntlich gebe ich jedes Jahr Ende Januar ein
Schreibseminar an der
Bundesakademie für kulturelle
Bildung in Wolfenbüttel. Dieses Mal jedoch
war es kein normales Seminar, sondern ein wahnwitziges
Experiment: Kann man an nur einem Wochenende -
genauer: innerhalb von nur 44 Stunden! - einen
kompletten Roman schreiben?
Die Antwort: Man kann. 338 Seiten sind es geworden, die sich zudem auch noch rasant lesen (kein Wunder, sie sind ja auch rasant geschrieben worden). Interessierte Verlage dürfen sich gern bei mir melden; es wäre schön, wenn der schnellste Roman aller Zeiten auch in Rekordzeit veröffentlicht würde. Mehr dazu in meinem Tagebuch.
Das Cover der neuen "Haarteppichknüpfer"
Im neuen Prospekt von Bastei-Lübbe
findet man an herausragender Stelle (im wahrsten Sinne
des Wortes, denn es ragt eine Bestellkarte aus dem
Heft heraus) das Cover der neuen Ausgabe der
"Haarteppichknüpfer".
Tja. Also. Ich weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Auf jeden Fall dürfte auch dem Skeptiker damit klar bewiesen sein, daß ich keinen Einfluß auf die Umschlaggestaltung habe. Ich bitte darum, mir diesbezüglich keine Vorhaltungen zu machen. Und nein, die Dame auf dem Umschlag ist nicht Hermine Granger bei der Abschlußprüfung.
Aber wie auch immer: Das Buch wird wieder auf Deutsch verfügbar sein, offiziell ab Juni, inoffiziell schon ab April. Kosten wird es € 7,95, die ISBN lautet 3-404-24337-4.
"Briefe an den Reichtum"
Carl Amery ist ein vorwiegend im
politischen Bereich tätiger Autor (von ihm stammt
beispielsweise das von mir höchst geschätzte Büchlein
Hitler als Vorläufer); SF-Freunde kennen ihn
jedoch vor allem als Autor legendärer SF-Romane wie
"Der Untergang der Stadt Passau". Ich kenne ihn
seit meiner Zeit als Stipendiat der
Arno-Schmidt-Stiftung, und obwohl er damals an meinem
Romanerstling allerhand auszusetzen fand, hat er doch
hier und da ein gutes Wort für mich eingelegt und
sogar ein "Quote" für den Umschlag der ersten Ausgabe
der "Haarteppichknüpfer" gespendet.
Keine Frage, daß ich zusagte, als er mich bat, einen Beitrag für seine neueste Essaysammlung "Briefe an den Reichtum" zu verfassen. Und leicht zu erraten, daß es mein Buch "Eine Billion Dollar" war, das ihn auf den Gedanken gebracht hat, mich mit ins Boot zu nehmen. Da mein kleiner Essay in dem Buch eher grundlegender Natur ist, bildet er den Auftakt.
Das Buch erscheint im März bei Luchterhand.
Jules Verne zu entdecken
Es ist Jules Verne-Jahr: Vor 100 Jahren ist er gestorben, der Autor, der als der klassische Science Fiction-Autor schlechthin gilt - und der heute (und das ist das eigentlich Erstaunliche) immer noch lesbar ist, sehr im Unterschied zu so manchen, die erst später kamen.
Der Piper-Verlag bringt aus diesem Anlaß dieser Tage einen hierzulande wenig bekannten Roman Jules Vernes heraus, und zwar "Die Jagd nach dem Meteor". Das Besondere daran ist, daß dieser Roman erst nach dem Tod Vernes erschien, und zwar in einer von seinem Sohn Michael grausam verunstalteten Fassung. Die Originalfassung war bis vor wenigen Jahren verschollen, wurde dann von einem Sammler entdeckt und wird in dieser Ausgabe nun erstmals auf Deutsch erscheinen.
Alles weitere erkläre ich in den Vorwort, das ich dazu geschrieben habe...
"Quest" erscheint in neuer Aufmachung
Der Erfolg dieses Buches ist immer
noch ein Rätsel. Geschrieben hatte ich den Roman
eigentlich, um mich mit einem richtig saftigen
SF-Kracher voller Raumschiffe, ferner Planeten und
kosmischer Rätsel bei den deutschen SF-Fans, die mich
von der ersten Stunde an so bereitwillig "adoptiert"
haben, zu bedanken, und gerechnet habe ich, na, mit
ein paar tausend verkauften Exemplaren. Wenn es nur
500 geworden wären, hätte es mich auch nicht
überrascht, denn es ist eine Space Opera, also
Science Fiction-Genre in Reinkultur, und das Cover der
Originalausgabe läßt den potentiellen Käufer auch
nicht im mindesten im Unklaren darüber, was ihn
erwartet. Nach allen Regeln der Buchbranche hätte
"Quest" ein kommerzieller Flop werden müssen, ein Buch
für einen kleinen Kreis hartgesottener SF-Leser, das
"Zivilisten" allenfalls mit der Kneifzange
anfassen.
Doch nicht die Spur. Das Buch verkauft sich und verkauft sich und verkauft sich, und niemand weiß, wieso. Selbst wenn jeder der deutschen Sprache mächtige SF-Fan sich ein Exemplar zugelegt hätte, würde das die Verkaufszahlen immer noch nicht erklären. Es kann also nur so sein, daß auch ganz normale Menschen dieses Weltraumabenteuer lesen, und daß die zahllosen Mails von Leuten, die "normalerweise keine Science Fiction lesen", aber QUEST gut fanden (um es zurückhaltend wiederzugeben), keine Ausnahmen, sondern repräsentativ für dessen Leserschaft sind.
Aber man muß ja nicht alles verstehen. Jedenfalls: Ab Juli gibt es QUEST auch als Taschenbuch, mit einem weniger "spacigen", auch auch recht schönen Cover, und zum Preis von nur noch € 8,95.
"Jesus Video" auf Polnisch erschienen
Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft kam
es in Polen in den Handel: Das Jesus Video,
wieder im SOLARIS-Verlag, diesmal mit einem ziemlich
guten Cover - das besser aussieht, als mein Scanner
vermitteln kann. Über den Kreuzen auf dem
Golgatha-Felsen und auf den Augen des Kapuzenmannes
liegt ein farbiger Glanzeffekt, der das Cover zu einem
echten Hingucker macht.
Gespannt bin ich, ob das Buch ein Echo in den polnischen Medien findet, und wenn ja, welches.
Und ob ich mich jemals wieder im Leben nach Polen wagen darf...
"Eine Trillion Euro" als Hörbuch
Es ist noch eine Weile hin, bis Oktober
2005 nämlich, aber dann wird es meine Kurzgeschichte
"Eine Trillion Euro" aus der gleichnamigen Anthologie
als Hörbuch geben, in limitierter Auflage und für nur
€ 4,99, solange der Vorrat reicht.
Die Story hat gerade die richtige Länge, um auf eine CD zu passen. Ich habe sie ein paar Mal vor Publikum gelesen, das war jeweils immer ziemlich genau eine Stunde, die die meisten sehr kurzweilig fanden und nach der stets gute Stimmung herrschte.