Lesung in Toronto

Ende letzten Jahres erreichte mich eine Einladung aus Kanada: Das Goethe-Institut in Toronto wollte gerne eine Lesung mit mir veranstalten, und zwar aus den "Haarteppichknüpfern", auf Englisch bekanntlich erschienen unter dem Titel "The Carpetmakers". Da sich der vorgeschlagene Termin - Ende September 2008 - ideal in meinen Jahresplan einfügte und mich offen gestanden natürlich auch die Reise als solche lockte, sagte ich zu.
Inzwischen ist die ganze Sache in trockenen Tüchern; es gibt auch schon eine offizielle Ankündigung auf der Website des Goethe-Instituts. Die Lesung findet statt am 26. September 2008 um 19 Uhr, wie man als Europäer sagen würde, im Beeton Auditorium der Toronto Reference Library. Von der Toronto Public Library heißt es, es sei die größte öffentliche Leihbibliothek Nordamerikas: Ich bin mal gespannt, wie so etwas aussieht!

"Marsprojekt 5" erscheint am 1. Juli 2008

Der ARENA-Verlag hat beschlossen, die Leser des "Marsprojekts" nicht länger als unbedingt nötig (und ein gewisser Vorlauf ist nötig, aus produktionstechnischen Gründen) auf die Folter zu spannen, wie die Geschichte ausgeht: Nicht erst im Herbst, wie ursprünglich geplant, sondern schon im Juli soll Band 5 in den Buchhandlungen liegen. Mit einem ziemlich rasanten Cover mal wieder.

Und noch eine Kolumne...

adac_motorwelt
Seltsam, wie sich manchmal die Dinge einer gleichmässigen Verteilung widersetzen: Ich saß gerade daran, die ersten Kolumnen für die WELT zu schreiben, da meldete sich auch der ADAC und wollte gern eine von mir haben. Einen "Gastkommentar", um genau zu sein, zum Thema Ressourcenknappheit und unseren Umgang damit bzw. unsere Verdrängung der Folgen. Da sagt man auch nicht nein. Wenn ich schon mal dabei war.

Übrigens bin ich immer noch ADAC-Mitglied. Auch wenn es mir hier in Frankreich nicht soo viel nützt, aber ab und zu bin ich ja auch in Deutschland unterwegs. Vor Jahren haben mir die "Gelben Engel" mehrmals sehr geholfen, das bindet. Bei diesen Gelegenheiten habe festgestellt, dass das die besten Automechaniker der Welt sind: Einer von denen hat mit ein paar Handgriffen ein Problem behoben, das drei Besuche in zwei verschiedenen Autowerkstätten widerstanden hatte!

Also, wer die ADAC Motorwelt ins Haus kriegt, kann ja in der nächsten Ausgabe mal nachsehen.

Inzwischen scheint die "Kolumnen-Phase" aber wieder vorbei zu sein, und ich widme mich erleichtert wieder meinem Roman. Kolumnen schreiben war durchaus mal eine hübsche Abwechslung, aber mit den im Journalismus üblichen Begrenzungen der Zeichenzahl zurechtzukommen eine Herausforderung für mich - als Romanautor bin ich es doch eher gewöhnt, mir den Platz zu nehmen, den ich brauche.

Kolumne in der WELT

die-welt

Ab morgen habe ich in der Tageszeitung DIE WELT eine Woche lang (7. - 12.4.08) jeden Tag eine kleine Kolumne. Themen sind - nun, was mich gerade so beschäftigt. Ich dürfe schreiben, was ich wolle, hat man mir versichert. Also werde ich genau das tun. Wer nicht nur Internet liest, sondern auch Zeitung, und womöglich diese, kann ja mal vorbeiblättern. Man liest sich.

Neues Foto

Das neue Foto auf meiner Startseite stammt von dem Fotografen Jo Magrean, der letzten November nach Brest kam, um mich im Auftrag des Magazins VANITY FAIR zu portraitieren. Er überredete mich, sehr früh aufzustehen, denn er hatte die Idee, mich im Zwielicht des Tagesanbruchs am Ölhafen zu fotografieren. Das Aufstehen war hart, aber alles Weitere höchst faszinierend. Ich stand zwischen rangierenden Tanklastzügen; es nieselte; es galt, in die Kamera zu blicken und trotzdem nicht überfahren zu werden. Ich erkletterte eine Befüllstation für eben diese Tanklastzüge, über eine rutschige Leiter, deren Handlauf sich ölig und schmutzig anfühlte; dann stand ich da und musste in die Ferne blicken, während unten die Kamera klickte. Ich sah, dass rings um das Gelände Palmgras wild wuchs; in einem Niemandsland zwischen den Zäunen verschiedener Hafenanlagen. Irgendwann dabei entstand obiges Bild, das für meine Website zu verwenden mir Jo Magrean erlaubt hat.

Unvergessen bleibt mir der Moment, als wir zum Auto zurückgingen und plötzlich, aus irgendeinem Grund, ein ungeheurer Vogelschwarm aufstieg; Tausende, Zehntausende schwirrender Flügel. Ein paar Augenblicke lang kreiste der Schwarm über den hell werdenden, wolkenverhangenen Himmel, ein ganz und gar unwirklicher Anblick in dieser Welt, die bis zu diesem Moment nur aus Drucktanks, Silos, Rohrleitungen, Straßenlaternen und nassem Asphalt zu bestehen schien. Ich erwartete, Jo würde seine Kamera hochreissen und klick, klick, klick einfangen, was einzufangen war, doch er tat es nicht; stattdessen standen wir beide nur da und sahen den Vögeln zu, wie sie im Formationsflug kreisten und kreisten und schließlich davonzogen. Ich weiß nicht, ob der Film in dem Moment voll war. Vielleicht war der Anblick auch zu gewaltig, als dass man ihn hätte auf ein Foto bannen können.